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Löschgeräte

Bei allen Festen und Feierlichkeiten zeigen wir gerne unsere herrliche alte Handspritze von 1899.
Wir führen sie vor, können mit ihr auch noch richtig spritzen, da sie voll funktionstüchtig ist.
Manchmal benutzen wir sie auch, wie beim 125-jährigen Gründungsfest in der Glashütte, als ansprechende Feuerwehr - Dekoration.

Aber sicherlich machen sich die Betrachter selten Gedanken, wie es kommt, dass die FF Tittling als eine von ganz wenigen Wehren noch eine derart schöne und gut erhaltene Spritze hat.

Ein Jahr vor dem Fest sorgte er dafür, dass die Spritze aus dem Weiher in einen Habereder-Schuppen gebracht wurde, wo heute das Grafenschlössl steht. Er brachte die Reste der hölzernen Räder zu einem damals in Tittling noch ansässigen Wagner, der neue Holzräder anfertigte. Mit diesen ging Erwin zum Tittlinger Schmied Xaver Ritt. Dort ließ er neue Eisenreifen auf die Räder aufziehen. Dann suchte sich Erwin einen geschickten Helfer, nämlich Franz Heininger. Gemeinsam brachten sie die Spritze in einen kleinen Schuppen bei der alten Schule (heute Bürohaus Rotel-Tours). Der war kaum größer als die Spritze selbst, aber für die beiden Kameraden stets zugänglich und hatte vor allem elektrisches Licht. In diesen beengten Verhältnissen zerlegten sie die Spritze in ihre Einzelteile. Franz Heininger fertigte die Holzteile neu, wie etwa die Sitzbänke. Dann wurden gemeinsam die eisernen, vom Rost überzogenen Teile von Hand geschmirgelt und entrostet.
Der Erwin nahm sich der kupfernen Teile an. Er zerlegte sie, brachte sie nach Hause. Dort scheuerte er im Wohnzimmer tagelang an den korrodierten Teilen, bis sie wieder in schönster Kupferfarbe glänzten. Wie mir seine Frau Rosanne versicherte, stank das Wohnzimmer tagelang nach dem verwendeten Scheuermittel.

Die Frauen der beiden Kameraden waren sicherlich manchmal weniger gut auf ihre Männer zu sprechen, weil sie so viel Zeit in diese ehrenamtliche Arbeit investierten. Erwin Bruckner musste dann noch die Wanne, in dem das zu verspritzende Wasser aufgefangen wurde, durch Heinz Weinberger erneuern lassen. Dies sind die heute genieteten Teile. Als diese Arbeiten abgeschlossen waren, bauten die zwei alles wieder zusammen und führten einen ersten Probeversuch durch. Dieser klappte auf Anhieb. Jetzt musste die Spritze nach lackiert werden.
Sie brachten das Gerät ins Feuerwehrhaus. Damals war eine Einfahrt frei. Erwin überredete den Maler Wloka Max, die nun renovierte Spritze zu lackieren. Nach einiger Zeit erklärte sich dieser an einem Sonntag Nachmittag dazu bereit. Die Spritze wurde nun auch farblich in einen ansehnlichen Zustand versetzt. Erwin Bruckner lackierte dann noch zweimal die Kupferteile.

(Jahre später wurden von Walter Preis noch die heute vorhandenen Original-Schläuche organisiert.)

Damit war die Handspritze von 1899 wieder wie neu.
Die geschilderten Arbeiten hatten sich etwa über ein Jahr hingezogen. Zum 100-jährigen Gründungsfest konnte die restaurierte Spritze bereits vorgeführt werden. Als ich den Erwin fragte, ob sie etwas für diese Arbeit bekommen hätten, sagte er, beide hätten diese Arbeit ehrenamtlich getan. Allerdings hätten sich dann nach der Fertigstellung einige Gemeindebedienstete gerührt und gemeint, die Arbeit und Aufwendungen müssten auch finanziell gewürdigt werden. Nach einigem Hin und Her beschloss der Gemeinderat, die beiden Feuerwehrmänner mit insgesamt 100 oder 150 Mark, so genau weiß das heute keiner mehr, für ihre Mühen zu entschädigen. Beide mussten sich dann später des öfteren anhören, sie hätten es ja nicht ehrenamtlich gemacht, sondern seien für ihre Arbeit bezahlt worden.

Wir Feuerwehrkameraden sehen das heute sicherlich alle objektiver. Wir sind dem Bruckner Erwin und dem Heininger Franz sehr dankbar. Denn ohne ihr außerordentliches Engagement wäre unsere Wehr um eine Kostbarkeit ärmer.

 

Diese alte Robel - Pumpe von 1947 stand lange Jahre ziemlich unbeachtet im Gerätehaus der FF Tittling herum. Sie war nicht mehr gebrauchsfähig. Da dies sehr schade war, hat die Vorstandschaft unseren Kameraden Alois Schrank, einen technisch sehr versierten Mann, gebeten, die Robel - Pumpe zum 130-jährigen Gründungsfest der Wehr im Jahre 1999 wieder herzurichten.

Da der Alois ein Kamerad ist, der fast nie nein sagen kann, hat er sich dazu bereit erklärt. In vielen Arbeitsstunden hat er die Pumpe zerlegt, gereinigt, Teile beschafft und andere ersetzt. Unterstützt wurde er von den Kameraden Harald Leonhard und Waldemar Bloch. Immer wenn wir uns zum Üben für den österreichischen Leistungswettbewerb am Gerätehaus getroffen haben, und das war sehr oft vor dem Wettkampf, dann hat der Alois bereits an der Robel - Pumpe gearbeitet. Besonders geärgert hat ihn dabei immer der Anlasser. Aber mit der Zeit ist ihm die Pumpe immer öfter angesprungen und sie ist dann jedes Mal einwandfrei gelaufen. Zum 130-jährigen Gründungsfest hat sie ihn aber dann doch geärgert. Als er sie dem Publikum vorführen wollte, hat sie ihn leider im Stich gelassen. Aber wir konnten den Anwesenden glaubhaft versichern, dass sie, wenn sie erst einmal angesprungen ist, wieder sehr schön läuft und sogar einsatzbereit wäre. Unser Ehren-Kommandant Max Mader kommentiert das so: „Diese Pumpe hat uns schon vor 50 Jahren gefuchst.“ Somit haben wir es unserem Kameraden Alois Schrank zu verdanken, dass die vorher recht unansehnliche Pumpe wieder als Schmuckstück im Gerätehaus steht.

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