Chronik

Chronik
Der Freiwilligen Feuerwehr Tittling
(Kurzfassung)
 
Zusammengestellt von HLM Josef Biber im Jahr 1994
Quellen: Archiv der FFW Tittling Kurzchronik der FFW Tittling von Josef Zeintl (1963)

1803 Fast alle Anwesen des Marktes Tittling fallen einem Großbrand zum Opfer.
Große Not war die Folge über viele Jahre.
 
15.04.1869 Im "Baldini-Wirtshaus" (heute Schlosserei Weinberger) bricht ein Brand aus und dehnt sich rasch aus. 18 Gebäude fallen den Flammen zum Opfer.
 
April 1869 Das Königliche Bezirksamt Passau fordert den Markt Tittling mit großem Nachdruck auf, eine Feuerwehr zu organisieren.
 
25.4.1969 Feuerwehr-Gründungsversammlung im Saal des Gasthofes zur Post:
Anwesen waren ca. 40 Gründungsmitglieder.
Ein Gründungskomitee bestand aus folgenden Bürgern:
Apotheker Ginger, Dr, Satorius, Posthalter Mayer, Maurermeister Stadler, Lehrer Wagus, Metzger Peschl, Handelsmann Kaltenecker und Kaminkehrer Helmel.
Zum 1. Kommandanten wurde Kaminkehrer Lorenz Helm(e)l gewählt.
 
1873 Mit Mechaniker Näff aus Passau wird ein Vertrag zur Lieferung einer "Feuerlöschmaschine" abgeschlossen.
 
1877 Maurermeister Stadler erhält den Auftrag zum Bau eines Requisitenhauses.
 
Juli 1889 Bezirksfeuerwehrtag in Tittling
 
23.6.1895 25-jähriges Gründungsfest mit Fahnenweihe:
- Fahnenherstellung durch die Englischen Fräulein in Fürstenstein
- Fahnenmutter ist Frau Emilie Stadler
- Patenverein ist die FFW Schönberg
 
um 1900 Anschaffung der heute noch betriebsfertig vorhandenen Handspritze (Baujahr 1899). Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich dabei um "den" in den alten Dienstbüchern der FFW Tittling immer wieder erwähnten "Hydrophom".
 
8.7.1900 Fahnenweihe der FFW Witzmannsberg.
Patenverein ist die FFW Tittling.
 
1911 Bau einer privaten Wasserversorgungsanlage für den Markt Tittling mit Aufstellung von Hydranten in verschiedenen Straßen. 
 
1916 Der damalige Dienstbuchführer berichtet über die fürchterlichen Auswirkungen des 1. Weltkrieges auch auf die Tittlinger Feuerwehr. Viele junge Feuerwehrmänner starben den "Heldentot fürs Vaterland". Durch stetige Neuaufnahmen konnte aber der Feuerwehrdienst auch dieser schweren Zeit aufrechtgehalten werden. 

 

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April 1916 Wie damals recht häufig wider einmal "Montur-Appell, Schul- und Exerzierübung"
 
1916 Neben der Freiwilligen Wehr gab es auch eine sog. "Pflichtfeuerwehr", welche ebenfalls immer wieder zu Übungen gerufen wurde.
 
16.6.1919 Verwaltungsausschußsitzung zur Vorbereitung des 50-jährigen Gründungsfestes mit Fahnenweihe. In der Folgezeit gab es große Probleme mit der Fahnenbeschaffen. Das Fest mußte deshalb auf das Jahr 1920 verschoben werden.
 
23.5.1920 50- jähriges Gründungsfest mit Fahnenweihe
Zapfenstreich, Festkonzert, Kirchen- und Festzug;
die Fahne wurde hergestellt von der "Bonner Fahnenfabrik" und konnte erst am Vorabend des Festes von einem "Boten" der Feuerwehr (Ludwig Kohlhofer) in Würzburg abgeholt werden. Fahnenmutter war Lina Lindlbauer; Patenverein war wiederum die FFW Schönberg. 
 
5.6.1922 Teilnahme an der Weihe des heute noch auf dem Marktplatz stehenden Kriegerdenkmals.
 
18.9.1922 Brand des "Rein-Hofes" in Siebenhasen. Die Feuerwehr rückte "mit 2 Spritzen + Hydrophom" aus. Beklagt wird: "Das schlechte Schlauchmaterial trat bei diesem Brand sehr zu Tage. Erst als auswärtige Feuerwehren erschienen, konnte der Brandherd richtig begossen werden."
Dem Brand fallen "Stadel und Ausnahmhaus" zum Opfer.
 
30.5.1923 Gemeinsame Übung mit der hiesigen "Sanitätskolonne". Angenommenes Brandobjekt das "Armenhaus" (heute Schlosserei Weinberger) und "das angrenzende Haus des Herrn Hausinger " (heute Friseur Kössl).
 
22.7.1923 Gesuch an die Gemeinde "betreffend Ausrüstungsgegenstände". 
 
30.8.1923 5.15 Uhr: Brand des "Gössl-Stadels" in der Färbergassse (heute Landmaschinenwerkstatt Graf). Das Feuer greift über auf den benachbarten "Preis-Stadel", auf das Wohnanwesen Preis, auf den "Bruckinger-Stadel" und auf den erst wenige Tage vorher fertiggestellten " Mader-Stadel" (heute Uhrengeschäft Mader).
Die genannten Gebäude brennen vollständig nieder.
Eingesetzt waren neben der Ortswehr die Feuerwehren aus Witzmannsberg, Neukirchen, Lembach, Fürstenstein, Saldenbug,
Ruderting, Thurmansbang, Eging und die "Automobilspritze von Passau". Der damalige Dienstbuchführer vermerkt. "Dieser Brand hat wieder gezeigt, daß
unsere Wehr mit Ihren Geräten und Ausrüstungen nicht auf der Höhe der Zeit steht".
 
5.9.1923 Außerordentliche Generalversammlung:
Die beiden vergenannten Brände, besonders der vonm 30.08.1923, haben tiefgreifende Folgen: Der Ortswehr werden
offenkundig schwere Vorwürfe des Versagens gemacht.
Die Wehr fühlt sich zu Unrecht angegriffen. Viele Wehmänner treten aus der Feuerwehr aus.
Der Dienstbuchführer schreibt:
"Auch der Kommandant, der Adjutant, der Zeugwart, der Kassier und Schriftführer, der Spritzenmeister haben ihre
Ehrenchargen dem Vorstand und Bürgermeister zur Verfügung gestellt."
 
September 1923
Generalversammlung  Die gesamte Feuerwehrführung wird neugewählt.
Hauptmann wird Hans Scharrer (damals Gemeindesekretär). Mehrere Bürgrer werden in die Feuerwehr aufgenommen.
Hans Scharrer baut die Feuzerwehr in der Folgezeit von Grund eun auf und führt sie wieder zu allgemeiner Anerkennung.
 
Oktober 1923 Gründung einer Ortsfeuerwehr in Preming unter der Initiative des ehemaligen Tittlinger Feuerwehrhauptmanns
Georg Weber und dessen ehem. Adjutanten Riedl. "Tittlinger Feuerwehr zum Trotze", wie der damalige Schriftführer vermerkt.
Die Sache ist jedoch offenkundig im Sande verlaufen.
Von einer Preminger Feuerwehr ist in der Folgezeit nichts mehr zu hören. 
 
 
27.4.1924 Feuerwehr-Bezirksverbandstag in Passau:
Hauptmann Scharrer wird zum Ersatzmitglied der Verbandsvertretung gewählt.
Später wird der ständiges Mitglied dieses Gremiums.
 
10.9.1924 Vorführung einer Motorspritze durch die Magirus-Werke auf dem Marktplatz in Tittling, "
wobei sehr viele Interessenten anwesend waren".
 
14.9.1924 Offenbar unter dem Eindruck der vorgenannten schlimmen Brände in Tittling:
"Gemeinderatssitzung betreffs Ankauf einer Motorspritze. Alle Mitglieder waren dafür."
 
15.9.1924 "Telefonische Bestellung der Motorspritze."
 
7.10.1924 "Ankunft der Motorspritze" (Fabrikat "Magirus" - Typ "Budapest")
 
10.10.1924 Der Dienstbuchführer schreibt:
"Der heutige Tag war für unsere Wehr ein Feiertag.
Es wurde nämlich die neue Motorspritze von dem Vertreter der Magirus-Werke vorgeführt und unserer Wehr übergeben."
Dieser spendete zum Abschluß der Übergabe 70 Maß Bier, "welche dann gleich getrunken wurden".
 
5.7.1925 Bei der Inspizierung der Wehr durch Herrn Bezirksersatzvertreter Stadler aus Bärnbach stellte dieser fest, "daß
Tittling die einzige Wehr des Bezirks Passau-Land ist, die am besten mit Geräten ausgerüstet ist".
Die Zeit der von der Wehr immer wieder beklagten schlechten Ausrüstung war also zu Enden gegangen.
 
1926 Eine Weckerlinie zur Alamierung der Feuerwehrmänner wurde eingerichtet.
 
14.7.1929 Fahnenweihe und 40-jähriges Gründungsfest des der FFW Witzmannsberg. Die FFW Tittling übernahm wiederum die Patenschaft.

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1930 Zahlreiche "Fußexerzierübungen der Jungmannschaft" im Freien und im Habereder-Saal.
 
 
21.9.1930 60-jähriges Gründungsfest "in engem Kreis". Gäste waren die "Nachbarwehren Witzmannsberg, Neukirchen, Bichl, Fürstenstein, Namering, Saldenburg und
Lembach".
 
17.5.1931 Inspizierung der Wehr durch Landesbrandinspektot Ecker aus München. Mit "ausgedehnten" Übungen bereitete man sich darauf vor.
Der Landesbranddirektor "versicherte, daß unsere Wehr einer der besten sei, die er bis jetzt besichtigt hatte".
 
1.9.1931 Beteiligung beim Empfangdes Hochw. Pfarrers Wiesbauer.
 
1933 Einflüsse des Nationalsozialismus auch auf die Feuerwehr werden erkennbar.
 
25.4.1937 Die Wehr beteiligt sich mit dem "Halblöschzug" (20 Mann) am Niederbayerischen Feuerwehrtag in Passau.
Anwesend waren über 8.000 Mann aus Niederbayern, Oberpfalz und Österreich und führten einen "überwältigenden Propagandamarsch" durch.
 
15.5.1938 Erstmals besucht "Kreisbrandmeister Kitzlinger" (der Vater unseres Altlandrates Baptist Kitzlinger) die Tittlinger Wehr.
 
16.6.1938 "Ausflug mit dem Kraft durch die Freudedampfer nach Linz".
 
11.12.1938 "Große Luftschutzübung" in Tittling zusammen mit den Wehren aus Witzmannsberg, Neukirchen, Bichl und Ruderting (zusammen 100 Mann):
Großes Lob der FFW Tittling durch "Baron von Ingersleben".
 
16.7.1939 Die FFW Tittling wird "Erste beim Bezirksfeuerwehrwettkampf". Stolz vermerkt der Dienstbuchführer:"Damit ist unsere Wehr die beste des
Bezirks Passau-Land."
 
22.10.1942 Die Wehr braucht zum Ausrücken zu einem Brand in der Nachbargemeinde Saldenburg (Lkr. Grafenau) die ausdrückliche
Erlaubnis des Landrats von Passau.
 
1942-1945 Der 2.Weltkrieg fordert auch von der FFW Tittling große Mannschaftsopfer.
Mit Hilfe von HJ-und Volkssturmgruppen wird der Brandschutz so gut wie möglich aufrecht erhalten. 
 
Januar 1945 "Es wurde eine Feuerwehr ins Leben gerufen mit 20 Mädels, die sich jeden Freitag im Gastzimmer des Stümpfl zur Übung einfanden."
Die Frauengruppe war im Rettungseinsatz bei einem schweren Zugunglück bei Witzmannsberg (viele Tote und Schwerverletzte).
 
 
31.3.1946 "Übung der neuaufgestellten Wehrmänner an der Motorspritze im Bahnhofsgelände. Es war die Erste Übung seit Einzug der Amerikaner.
Auch eine komplett ausgestattete Autospritze hat nun die Gemeinde durch Kommandanten Hilmer erworben."
(Anmerkung: Es handelt sich um ein LF 15, Marke Opel Blitz aus Luftwaffenbestäden.)
 
1946 Neuaufbau einer Feuerwehr mit jungen Männern unter ihrem Kommandanten Max Mader. Nur mit Mühe und vieler Argumentationen durch
Kommandanten Mader und Kreisbrandinspektor Kitzlinger konnte damals die Gründung von eigenen Feuerwehren in den Gemeindeortschaften Preming und Rothau vermieden werden.
 
1947 Kauf einer neuen Tragkraftspritze (Robel-Pumpe). 

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1961 Einweihung eines neuen Gerätehauses an der Herrenstraße (Baukosten ca. 90.000 DM). Das alte Requisitenhaus an gleicher Stelle war durch
Kriegseinwirkung 1945 abgebrannt.
 
1961 Anschaffung eines Tanklöschfahrzeuges - LF 16-(Magirus).
 
1967 Beschaffung des ersten Fahrzeugfunkgerätes -FuG 7 b-. Die Verbindung zu übergeordneten Feuerwehrstellen, anderen Feuerwehren, zur Polizei und zum
BRK wurde damit erheblich verbessert. 
 
1968 Kauf eines Löschgruppenfahrzeuges -LF 16-(Magirus) mit 1.600-Liter-Wassertank. -Das seit 1946 im Dienst befindliche LF 15 wurde ausgemustert.
Anschaffung der ersten Atemschutzgeräte.
 
1969 100-jähriges Gründungsfest.
 
1970 Eine zweite Alarmsirene wird beschafft und auf dem Knabenschulhaus an der Herrenstraße (heute Büro Rotel-Tours) montiert.
 
1976 Ausbau und Sanierung mehrerer Löschteiche in verschiedenen Dörfern.
 
1979 Beschaffung eines hydraulischen Rettungsgerätes (Spreizer und Schere). Kauf eines gebrauchten VW-Busses von der Werksfeuerwehr der Zahnradfabrik Passau (Kaufpreis 100 DM) zum Transport des Hydaulikrettungsgerätes.
 
1980 Die FFW Tittling kauft aus eigenen Mitteln einen gebrauchten VW- Bus und rüstet ihn zum Rettungsfahrzeug um. Der 1979 beschaffte VW-Bus wird ausgemustert. Spatenstich zum Bau eines neuen Gerätehauses im Bereich des künftigen Alarmzentrums an der "Posthalterstraße". Das alte Gerätehaus an der Herrenstraße konnte die erheblich gestiegenen Anforderungen nicht mehr erfüllen.

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1982 Die FFW Tittling zieht im Oktober ins neue Gerätehaus um. Gründung einer Jugendfeuerwehr. Die Nachwuchssorgen der FFW Tittling sind seither behoben. Anschaffung der ersten zwölf Funkmeldeempfänger für Fahrer und Atemschutzträger. 
 
März 1983 Die Wehr wird mit einem modernen Tanklöschfahrzeug -TLF 16/25- (Mercedes-Benz) ausgestattet. Das veraltete Magirus-TLF 16 wird außer Dienst gestellt. Im neuen TLF 16/25 kann auch das hydraulische rettungsgerät untergebracht werden. Der bisher als Rettungsfahrzeug verwendete VW-Bus wird zum Mehrzweckfahrzeug -MZF- umgebaut.
 
17.5.1985 Das Alarmzentrum ist fertiggestellt und wird eingeweiht. Feuerwehr, Polizei, BRK und Gemeindebauhof sind nun in einem Gebäudekomplex untergebracht und können im Bedarfsfall ihre Einsätze gut koordinieren.
 
5.-7.7.1985 Fahnenweihe der FFW Tittling: -Fahnenherstellung durch Fahnenstickerei Aigner, Ortenburg-Hilfering -Fahnenmutter ist Frau Elisabeth Altenbuchinger -Patenverein FFW Witznmannsberg
 
1988 Ausstattung aller aktiven Wehrmänner mit einem Taschenmeldeempfänger (Piepser). Diese bedeutet eine erhebliche Verbesserung der Alarmierung.
 
1989 Ersatz- und Neubeschaffung von modernen Atemschutzgeräten (6 Stück)
 
1990 Ersatzbeschaffung eines neuen Hydraulik-Rettungsgerätes (Spreizer und Schere)
 
1991 Beschaffung von 4 Chemie-Schutzanzügen. Ankauf einer Computer-Anlage für das Feuerwehrbüro.
 
1992 Kauf eines modernen Mehrzweckfahrzeuges -MZF- (Mercedes-Benz). Das nicht mehr einsatztüchtige VW-MZF wird ausgemustert.
 
1993
Ausstattung des Feuerwehrbüros (Kommandozentrale) mit einer zweckmäßigen Büroeinrichtung. Seit Dezember 1992 ist die staatliche Förderung für ein neues Löschfahrzeuges LF16 beantragt. (Ersatzbeschaffung für das alte Magirus-LF 16).
 
25.4.1994 Gedenkgottesdienst zum 125. Geburtstag mit anschließender Geburtstagsfeier im Gründungslokal "Zur Post".
 
18.6.1994 125jähriges Gründungsfest im Museumsdorf Bayerischer Wald.

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